Refugium und Neubeginn – Hilde Broër und die Sezession Bodensee-Oberschwaben

25.10. – 29.11.2026

Begleitausstellung anlässlich der Verleihung des 14. Hilde-Broër-Preises

Hilde Broër hat in Kressbronn in über 50 Jahren ein stringentes und vielseitiges skulpturales sowie reliefplastisches Werk im Kontext der Entwicklung der Moderne geschaffen. In ihrer gestalterischen Vielseitigkeit gelang es ihr, den bislang konventionell strengen Medaillenstil zu erneuern, indem sie ihre Medaillen skulptural aufbrach und durch gezielte Wechselwirkungen zwischen positiver und negativer Form raumillusionierende Wirkungen schuf. Dabei entwickelte sie eine ganz persönliche Bildsprache. Bis zu ihrem Tod gelang es ihr, in der kleinformatigen Medaille große Kunst zu schaffen, die bis zum heutigen Tag international Beachtung und Bewunderung findet.
Neben dem Medaillenschaffen des Preisträgers nimmt die Ausstellung jene Künstlervereinigung in den Blick, die sich einst als landschaftliche Repräsentanz des Raumes zwischen Donau, Bodensee und Hochrhein verstand: Die Sezession Bodensee-Oberschwaben, kurz SOB genannt. Diesem 1947 gegründeten Zweckbündnis gehörten Künstler*innen an, die, wie Hilde Broer, während der Wirren des Krieges hier im Südwesten eine neue Heimat gefunden hatten. Für Jahrzehnte setzte die SOB Maßstäbe für ein bestimmtes Niveau regionaler Kunst, dafür sorgten prominente Mitglieder wie Max Ackermann, HAP Grieshaber oder Präsident Otto Dix. Regionaler Treffpunkt war nicht selten Kressbronn: das bekannte Stegfoto zeigt Künstler*innen, an die diese Ausstellung mit einer Auswahl von Bildwerken erinnern will.

Die Ausstellung flankiert die Verleihung des 14. Hilde-Broër-Preises für Medaillenkunst. Der Hilde-Broër-Preis ist der jüngste deutsche Bildhauerpreis. Er wird alle zwei Jahre an einen Künstler oder eine Künstlerin für das Lebenswerk auf dem Gebiet der Medaillenkunst vergeben, gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und der Gemeinde Kressbronn. 2026 wird die Künstlerin Agatha A. Kill ausgezeichnet. Eine Auswahl ihrer vielseitigen künstlerischen Arbeiten sowie Medaillen der vorangegangenen Preisträger sind ebenfalls im Kunstmuseum Lände zu sehen.