OH – die Latexpopulationen

der Susanna Messerschmidt

12.09. – 15.10.15

In ihren Rauminstallationen aus leuchtend farbigen Latex-Objekten, deren organische Formenvielfalt und noppen- oder zottenbesetzte Oberfläche unmittelbar die Sinne ansprechen, setzt sich die 1962 in Stuttgart geborene Bildhauerin Susanna Messerschmidt direkt mit den vorgegebenen Orten und Räumen auseinander. Phantasiegebilde in lila, neongrün und verschiedenen Rottönen hängen oder liegen im Raum, umschlingen als stachelige Bänder Säulen und Vorsprünge, überwuchern als pflanzenartige Gebilde die Wände.

Die Objektwelt von Susanna Messerschmidt bewegt sich im Grenzbereich von Natur und Kunst. Die Formen sind den Naturformen sehr nahe – und doch von ihrer Farbigkeit und ihrem Material davon weit weg. So regen die Arbeiten dazu an, über die Natur und ihre Verletzbarkeit nachzudenken und Wachstumsformen neu wahrzunehmen. Immer verführen die Objekte zur Berührung – das Material ist weich und nachgiebig, die leuchtenden Farben wirken nur auf den ersten Blick fröhlich – dann aber changiert die Wahrnehmung auch zur (giftigen?)Signal- und Warnfarbe. Sind wir in einer kunterbunten Natur-Wunder-Welt oder doch eher in einem Laboratorium der chemischen Industrie? Glücklicherweise müssen wir uns über die Giftigkeit der Kunstwerke nicht wirklich Sorgen machen. Die Künstlerin arbeitet mit natürlichem Latex und ungefährlichen Farben. Die mentale Wirkung kann davon abweichen…

PK